BERICHTE


Bericht für das Vereinsmagazin "BSCZ-News", November 2016

 

ShowDown – eine rasante Sportart für Blinde und Sehbehinderte breitet sich in der Schweiz aus

 

Seit August 2013 ist der Behinderten-Sport Club Zürich im Besitz einer vereinseigenen Showdown-Platte (-Tisch). Anfänglich fanden sehr sporadisch und mit wenig Interessierten Trainings statt. Ende 2015 startete der BSCZ unter der Leitung von Thomas Häni einen weiteren Versuch, auf noch mehr Showdownbegeisterte zu stossen und schrieben drei Samstage aufs 2016 verteilt zur weit-eren Bekanntmachung aus. Zur grossen Freude aller trug gleich der erste Termin vom Februar grosse Früchte – es formte sich eine motivierte Trainingsgruppe zusammen!

Seit je her, hat der BSCZ eine neue, dynamische Showdowngruppe im Sportangebot und es finden alle zwei Wochen Montags in Nänikon/Greifensee Trainings statt. Inzwischen nehmen über zehn begeisterte Showdowner an den Trainings teil sodass am Austragungsort bereits etwas Platzman-gel herrscht und idealere Räumlichkeiten mit einer zweiten Platte zuoberst auf dem Wunschzettel der Gruppe stehen.

 

Häni engagiert sich auch ausserhalb des BSCZ für die

Weiterentwicklung von Showdown in der Schweiz

 

Häni leitet im nächsten Jahr zwei, voneinander unabhängig organisierte Kurse. Der eine, von der Schweizerische Caritasaktion für Blinde (CAB) im Internationalen Blindenzentrum in Landschlacht findet zu Pfingsten statt und der zweite folgt im September 2017 vom Schweizerischen Blinden- und Sehbehinderten Verband (SBV/FSA) im Hotel Solsana in Saanen.

Seit einiger Zeit informiert die Webseite www.showdown-suisse.ch über aktuelles, nationales und internationales Geschehen der Showdownszene.

Thomas bildet sich mit Teilnahmen an internationalen Turnieren weiter, knüpft Kontakte und hält sich innovativ bei Materialbeschaffung wie auch deren Herstellung. Weiter verfolgt er den Gedan-ken, einen schweizerischen Showdownverband zu gründen, welcher Schweizermeisterschaften und auch internationale Turniere organisieren und durchführen wird. 

 

Mit grossem Engagement hat unsere Trainingspartnerin Rita Dütsch, in Winterthur, in der Nähe des Bahnhofes, einen geeigneten Raum gefunden und eine eigene, noch vereinslose, Platte ange-schafft. Dort finden nach Absprache zusätzliche Trainings statt. Im weiteren ist Rita sehr gerne bereit, Showdowninteressierten das dynamische Spiel näher zu bringen.

Der 1. Schnuppertag in Winterthur ist offen für Alle und findet am Samstag 19. November 2016 statt, also scheue dich nicht und kontaktiere Rita noch heute unter:

email: rita.duetsch@swissonline.ch oder mobile: +4152 203 5640

 


Showdown - Workshop vom 15.-17.April 2016 im IBZ in Landschlacht

 

Am Freitagmorgen machten sich aus der Region Bern, Basel, Zürich, dem Glarnerland und Tessin einige Showdown-Verrückte auf den Weg Richtung IBZ in Landschlacht. Da es in der Schweiz bis jetzt nur 3 Showdown-Tischplatten gibt, machten einige die Reise quer durch unser Land! Zudem reisten zwei deutsche Damen aus Marburg an das selbe Ziel um den Organisator Thomas Häni mit ihrer Internationalen Erfahrung zu Unterstützen.  

 

Nach der Begrüssung, wo man den einen oder anderen Wiederholungstäter getroffen hat und einem feinen Mittagessen war um 13.30h die Einführungsbesprechung. Dann ging es gleich los mit dem Training und der Auffrischung der Regeln bei einem Spiel mit der Sehbehinderten Bettina Steffan aus Marburg gegen unseren Sehbehinderten Organisator Thomas und den Schiedsrichterinnen Ruth Schnyder aus Glarus und Birgit Vogt aus Marburg. Mit viel Elan und Ergeiz machten sich 5 Frauen und 3 Männer  (Sehbehindert oder Blind) an die zwei Spielplatten um möglichst dem eben "gesehenen" Beispiel zu folgen. Einige hatten zum ersten mal einen Showdown-Schläger in der Hand und andere versuchten das Gelernte des ersten Workshops wieder hinzukriegen. Mit mehr oder weniger Erfolg aber vollem Einsatz vermischt mit Lachen, Fluchen, Aha-Erlebnissen und Staunen was man auf diesen Platten für verschiedene Schläge hinkriegen kann. Dank den Ratschlägen von Thomas und Bettina übten die Einen auf dem Showdown-Tisch draussen im Garten. Mit den technischen Korrekturen und Tipps der Trainerin Birgit zusammen mit Ruth übten die Anderen am zweiten Tisch im Saal der Villa. Bis zum Nachtessen waren alle mit dem nötigen Ehrgeizg aber einer grossen Fairness im Einsatz. Danach war keiner der Kursteilnehmer von der Platte fern zu halten, jeder versuchte die Experten-Tipps nach seinem Können umzusetzen. Es war immer eine wunderbar sportliche und kameradschaftliche Stimmung, was zu grossen Fortschritten beigetragen hat. Natürlich durfte das Zusammensitzen bei einem Schlummerbecher in der Cafeteria nicht fehlen, wenn sich auch zwei Newcomer nicht davon abhalten liessen, weiter zu üben! Thomas hat noch die Turnier-Spielzeiten jedem Einzelnen in Schwarzschrift gegeben. Die einen haben es sich in Braille abgeschrieben und die Anderen aufs Smartphone gesprochen. All zu spät ging niemand ins Bett, denn das Frühstück war um 7.45h angesagt, was einige sehr früh fanden!

 

Am Samstag starteten wir um 9.15h mit Einspielen und um 9.45h begann unser Turnier. An beiden Tischen wurde hart um jeden Punkt gekämpft, bei den Männern wie auch bei den Frauen. Es ging immer sehr fair zu und her und die Schiedsrichterentscheidungen wurden stets akzeptiert. Draussen herrschte kühles Regenwetter, während dem drinnen der Raum so gut geheizt war dass man beim Zuschauen schon zum schwitzen kam. Manche wunderten sich, dass der Spielball sooooo laut sein kann und man doch nicht immer genau wusste, auf welcher Seite er angesaust kommt!  Nach einem guten Mittagessen und einer kurzen Verschnaufpause ging es wieder hart zur Sache. Alle hatten vier Spiele im „best of three“-Modus zu bestreiten. Nach den absolvierten Vorrundenspielen ging es dann für einmal „nur“ um das gemütliche Beisammen sein. Wir trafen uns im Garten an der Sonne, die sich doch noch zeigte, bei einem wohlverdienten Bier. Dabei wurde viel gelacht und richtig Entspannt. Nach dem Nachtessen war wieder niemand zu halten und jeder wollte noch den einen oder anderen Schlag genauer ausprobieren und vertiefen. Auch wurden kleinere Partien untereinander ausgetragen, wobei die Zuschauer ihr neuerlerntes Fachwissen gerne als lustige Kommentare dazu abgaben. Gegen 22h fand in der Cafeteria die Rangverkündung der Ausscheidungsspiele, sowie die Verkündung der Halbfinale für den Sonntag statt.

 

Nach dem Frühstück und dem Einspielen ging es erst richtig zur Sache, denn alle Halbfinalisten kämpften mit Ergeiz um den Einzug ins Finale. Können und Glück, gepaart mit Siegeswillen und der  beispielhaften Fairness, gab es hochspannende Spiele. Bei allen waren grosse Fortschritte zu erkennen, was eine wahre Freude war. Nach 11h stand als erstes das Männerfinale mit einer finalwürdigen Stimmung, die keine Wünsche offen liess, auf dem Programm. Josef hat diesen hart umkämpften Match gegen Walter für sich entschieden. Er fing am Freitag als Neuling am Showdown-Tisch an, bekundete bereits seine Talente und schaffte es zuoberst aufs Siegerpodest! Geht da ein neuer Stern am Schweizer Showdown-Himmel auf?

 

Herren:

1. Josef Stöckli

2. Walter Frei

3. Beat Herren

4. Bettina Steffan (ausser Konkurrent)

5. Thomas Häni  (ausser Konkurrenz)

 

Beim Frauenfinale ging es hochspannend über drei Sätze. Manchmal war Rita im Vorteil und dann wieder Antonella näher am Sieg. Es wurde um jeden Punkt hart gekämpft. Am Ende des Spiels konnte sich dann doch Antonella als Siegerin feiern lassen!

 

Frauen:

1. Antonella Zanatta

2. Rita Dütsch

3. Irma Roesch

4. Margit Boa

5. Raphaela Bönisch

 

Die Kameradschaft war so Spitze, dass es moralisch gesehen gar keine Verlierer gegeben hat. Denn nach diesem wunderbaren Workshop waren alle in irgendeiner Form Gewinner! Natürlich hat auch das  IBZ mit seiner Struktur und der gastfreundlichen Betreuung dazu beigetragen!

 

Bei der Schlussbesprechung nach dem Mittagessen waren nur Komplimente zu hören an den nimmer müden Organisator Thomas, an die geniale Trainerin und Schiedsrichterin Birgit. Auch Ruth als Schiedsrichterin und als zuvorkommende Helferin, sowie Bettina mit ihrer internationalen Spielerfahrung und ihren Erklärungen, haben dieses Leiter-Team wunderbar vervollständigt. Es gab eine einheitliche Meinung: “Thomas, bitte mach weiter, wir sind alle gerne wieder dabei und ein riesen Dankeschön an das ganze Leiterteam!“

Bericht: Irma Roesch, Kursteilnehmerin                        


06. Februar 2016, BSCZ-Showdown-Tag, Nänikon-Greifensee

Der erste BSCZ-Showdown-Tag lockte doch immerhin fünf interessierte Teilnehmer nach Nänikon-Greifensee; Janka Steiner, Eduardo Bürgi, Gianfranco Giudice, Andreas Häni und Mohamed Sherif. Auch zwei Vorstandmitglieder des Behinderten-Sport Club Zürich, Fabienne Müller und Rene Ochsner, sowie weitere Besucher schauten gespannt vorbei. Unter der Leitung von Thomas Häni mit Unterstützung von Ruth Schnyder und Thomas Seeburger als Schiedsrichter fand ein spassiger, lernreicher und gar fruchtbarer Kurstag statt. Nach kurzer Instruktion folgte ein abwechslungsreiches Einspielen bevor dann ein kleines Turnier ohne Siegesambitionen gespielt wurde. Die erfreuliche Fruchtbarkeit dieses Kurstages zeigte sich zum Schluss als die Teilgenommenen einen allzweiwöchentlichen Trainingstermin ausmachen konnten mit dem Beginn am Montag 15. Februar um 18.30h.  


22.-24. Januar 2016, Pajulahti Games in Finnland

 

Am Donnerstag reisten Thomas und sein Bruder Andreas Häni via Helsinki in Pajulahti an wo sie von den Organisa- toren herzlich warm empfangen wurden obschon draussen eisige finnische Temperaturen von bis zu -28°Grad herr- schten. Wiederum standen sechs verschiedene Sportarten; Leichtathletik, Goalball, Judo, Kraftdreikampf, Showdown und Sitzvolleyball, mit Athleten aus über zehn Nationen im Mittelpunkt der 6. Pajulahti Games. Beim Showdown standen 10 Frauen und 16 Männer aus sieben Nationen im Starterfeld welche an einem zweitätigem Turnier um die Trophäen kämpften.

 

Die Frauen spielten eine Round Robin mit anschliessenden Halbfinalen und Final wo sich am Schluss die einheimische Stärke durchsetzen konnte und so gleich das gesamte Podest im finnischen blau-weiss erstrahlen liess.

(1. Hanna Vilmi, 2. Jaana Pesari, 3. Heidi Torn)Die Männer waren in zwei Achtergruppen aufgeteilt und spielten in den Gruppe eine „Round Robin“. Danach kamen die jeweils vier Erstplatzierten der Gruppe in eine Finalrunde und spielten die Plätze eins bis acht mit Halbfinal und Final aus. Für die Gruppenplätze fünf bis acht wurde das gleiche System verwendet wo die Plätze neun bis sechzehn ausge-spielt wurden. Trotz grosser Konkurrenz aus Schweden, Litauen, Frankreich, Italien und Deutschland konnte sich auch beim Männerturnier am Schluss das Gastgeberland über drei Podestplätze freuen.

(1. Ari Lahtinen, 2. Teemu Ruohonen, 3. Juha Oikarainen)

 

Thomas Häni hatte nebst seinen neuen 3D-Druck Schläger auch erstmals seinen Bruder Andreas als Coach an einem Turnier mit dabei und kämpfte die ersten Gruppenspiele nicht nur gegen die starken Gegner sondern auch mit dem für ihn neuen niederländischen Ball, welcher akustisch ungleich zum kanadischen wahrgenommen wird. Mit deutlichen Resultaten wie auch mit hartumkämpften Spielen reichte es Häni am Schluss doch noch zu einem Sieg und belegte so in der Endtabelle den 14. Platz inklusive dem Fair Play Preis.